Geschichte Haltern am See

Geschichte Haltern am See


Zum 1.1.1975 wurden das Amt Haltern mit den Gemeinden Kirchspiel Haltern (bestehend aus Holtwick, Lavesum und Sythen),Flaheim, Hullern, Lippramsdorf (Teile davon), Hamm-Bossendorf (Teile der Gemeinde Hamm) eingemeindet.
Die Geschichte Halterns reicht zurück in die Römerzeit. Funde in den 30er Jahren des 19. Jh. und 1899 einsetzende und heute noch nicht abgeschlossene Ausgrabungen erbrachten den Nachweis, daß sich 2,5 km südwestlich von Haltern auf den Höhen des Annaberges ein mit Wall und Graben befestigtes Lager der Römer befunden hat. Weitere römische Militäranlagen konnten aufgedeckt werden: zwei Hafenanlagen auf dem Steilufer der Lippe, die zur Römerzeit einen anderen Lauf nahm, und auf dem nach Norden ansteigenden Hang oberhalb des Flusses zwei Legionslager, deren Bauten aus Fachwerk bestanden.

Haltern erwuchs aus dem Haupthof Haltern, auf dessen Grund die Kirche St. Sixtus (erste urkundliche Erwähnung 1188) zur Zeit Bischof Liudgers entstanden sein wird und der zu den ältesten bischöflichen münsterischen Amtshöfen gehörte. Er lag in der Nähe der Mündung der Stever in die Lippe.

Zum Archidiakonat des Vizedomus im Hochstift Münster gehörte um 1660 neben Hervest auch Ascheberg, Bork, Bösensell, Darup, Everswinkel, Haltern, Handorf, Hullern, Holsterhausen, Lembeck, Lippramsdorf, Nordkirchen, Ostbevern, Rhade, Rorup, Stromberg, Südkirchen, Telgte, Westbevern, Wulfen und ferner in Holland Eibergen und Geistern.

1289 verlieh Bischof Everhard von Münster dem Dorf Haltern eingeschränkte Stadtrechte und das Recht, sich zu befestigen.Siebenteufelsturm 1323 geriet die Stadt für kurze Zeit in die Gewalt des Grafen Engelbert von der Mark, konnte jedoch bald wieder von Bitter von Raesfeld zu Ostendorf befreit werden. Haltern gehörte zur Go-Grafschaft Dülmen, dem späteren Amt Dülmen. Die bevorzugte Lage des Ortes an der Lippe zeigte durch die Jahrhunderte hindurch auch ihre Schattenseiten. Mitte des 15. Jh. einigten sich der Bischof Heinrich von Münster und der Erzbischof Dietrich von Köln auf den gemeinsamen Besitz der Lippebrücke bei Haltern, deren Unterhaltung dem Bischof von Münster obliegen sollte. In der Münsterischen Stiftsfehde (1450-1457) nutzte Bischof Walram den Ort als wichtigen Stützpunkt, dessen Besitz die Aufrechterhaltung der Verbindung zu seinem Bruder, dem Erzbischof Dietrich von Köln, bedeutete.


1456 versetzte Bischof Walram den Amtshof zu Haltern dem Rutger Raffenberg, 1458 gelangte er in den Besitz von Johann von Besten, danach war er Eigentum der Familie von Ketteler.
1457, nach dem Tode Bischof Walrams, proklamierte sich Herzog Johann von Bayern von Haltern aus zum Herrn seines Landes.

Weil die Stadt immer wieder unter kriegerischen Zugriffen zu leiden hatte, wurden schon früh Festungswerke angelegt, die im Anfang des 16. Jh. vollendet waren. 1767, nach viermaliger Zerstörung, wurden die Befestigungen nach dem 7jährigen Krieg endgültig eingeebnet, erhalten blieb lediglich der Siebenteufelsturm im Westen der Stadt.

1802 kamen Stadt und Kirchspiel Haltern mit dem Amt Dülmen unter die Herrschaft des Herzogs von Croy, nachdem es Jahrhunderte unter der Hoheit des Bischofs von Münster gestanden hatte. 1806 wurde die Stadt an den Herzog von Arenberg abgetreten, 1810 geriet sie für eine kurze Zeit an das Kaiserreich Frankreich, bis Haltern 1815 schließlich Preußen und zunächst dem Landkreis Münster, 1816 dann dem Landkreis Coesfeld zugesprochen wurde.

1837 wurde im Rahmen der Städteordnung die Stadt vom Kirchspiel getrennt, die drei Kirchspiele Haltern (Lavesum, Holtwick und Sythen), Hullern und Lippramsdorf wurden zu einer Landbürgermeisterei, 1843 Amt Haltern, zusammengefaßt. 1929 wurde Stadt und Amt Haltern dem Landkreis Recklinghausen zugeteilt.

Quelle: DER KREIS RECKLINGHAUSEN, Konrad Theiss Verlag Stuttgart


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